Schlechte Luft an der Fetscherstraße (Sächsische Zeitung)

Waldschlößchenbrücke. Das Herzzentrum könnte gegen die Luftbelastung klagen.

Von Katja Solbrig

Die im Zuge der Waldschlößchenbrücke zu erwartenden Abgase werden Grenzwerte, die von der Europäischen Union festgelegt wurden, am Herzzentrum an der Fetscherstraße deutlich überschreiten. Das bestätigte das Umweltamt auf eine Anfrage des Stadtrates Thomas Blümel (Bürgerfraktion). In dem Schreiben heißt es, dass zwar der Jahresmittelwert nicht überschritten wird, aber die zulässige Anzahl an überschrittenen Tagesmittelwerten.

Nach einem der Stadt vorliegendem Rechtsgutachten hat das Herzzentrum einen Anspruch auf die Einhaltung der Grenzwerte, wenn die Waldschlößchenbrücke in Betrieb genommen wird. Die Klinik kann also klagen.

Die Stadt muss dann Maßnahmen ergreifen, um die Einhaltung der lufthygienischen Grenzwerte zu garantieren. Für diese Planung ist das Landesamt für Umwelt und Geologie (LfUG) zuständig. Das will die Entscheidung, ob eine Luftreinhalteplanung für Dresden erforderlich ist, von den Messwerten des Jahres 2005 abhängig machen. Die allerdings finden am Schlesischen Platz und nicht an der Fetscherstraße statt. „Möglicherweise müssen dann Fahrverbote für Lkws ausgesprochen werden“, so Thomas Blümel. „Was den Sinn der Brücke wiederum in Frage stellt.“ Außerdem ist davon auszugehen, dass die Grenzwerte für die Luftreinhaltung weiter nach unten gesetzt werden.

Sächsische Zeitung, Freitag, 24. Dezember 2004