Sächsische Zeitung, 8. Januar 2010 - Zeitplan für Waldschlößchenbrücke geplatzt
Von Peter Hilbert

Pannen beim Dresdner Brückenbau verzögern die Freigabe um Monate. Zudem wird das Projekt 15 Millionen Euro teurer.

Dresden. Die Waldschlößchenbrücke wird nicht wie geplant am 1. Juni 2011 übergeben. Nachdem es bereits mehrere Verzögerungen bei Stahlbau und -montage gegeben hat, kippt ein Planungsfehler den Zeitplan endgültig. Deshalb kann das stählerne Mittelteil der Brücke nicht Anfang März über die Elbe schwimmen. Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz rechnet mit zwei bis drei Monaten Verzögerung. Das wirkt sich auf das gesamte Bauprojekt aus. Er räumt ein, dass sich die Brückenfreigabe voraussichtlich um vier Monate auf September 2011 verschieben wird.

Bereits zuvor hatte es mehrere Verzögerungen gegeben. Wegen der Querelen um das Großprojekt begann der Bau über ein Jahr später. Erst im November 2007 rollten die Bagger an. Deshalb kam es auch zu Problemen bei der Lieferung des Brückenstahls. Schließlich musste der Auftrag an die belgische Stahlbaufirma Buyck vergeben werden. Das kostete nicht nur Zeit, sondern auch zusätzliches Geld.

Die ersten Stahlteile trafen letztlich später ein als erhofft. Erst Mitte Juli 2009 rollten Schwertransporte aus Belgien in Dresden an. Drei Monate später als angekündigt sollen im Juni dieses Jahres alle Stahlteile in Dresden sein. Schon einmal musste deshalb auch das Einschwimmen der 140Meter langen Stahlbrücke über die Elbe verschoben werden.

Die Zeitverzögerung wird die Kosten für die Waldschlößchenbrücke nach oben treiben. Koettnitz kann derzeit zwar noch nicht abschätzen, welche zusätzliche Summe nötig ist. Nach SZ-Informationen wird der Bau aber um zehn Prozent teurer. Bisher waren 156 Millionen Euro für die Brücke mit Tunneln und Zufahrten angesetzt. Nun sollen noch einmal 15 Millionen Euro hinzu kommen.