ADFC: Müssen Radfahrer als Begründung gegen Tunnel herhalten?

http://www.adfc-dresden.de/speiche/speiche_06_03.pdf

Nachdem die UNESCO den Standort und die Ausführung der geplanten Waldschlößchenbrücke kritisierte, fordern immer mehr Dresdner einen Tunnel als Alternative. Die Stadtverwaltung sträubt sich dagegen. Als Grund werden immer wieder die Radfahrer genannt. Diese durch einen Tunnel zu schicken wäre schlicht nicht möglich.

Falsch - wie der ADFC Dresden herausfand. In Deutschland gibt es zahlreiche Tunnel für den Radverkehr. So kann in unserer Partnerstadt Hamburg die Elbe im alten Elbtunnel unterradelt werden. Mit 1,2 Kilometer ist der Milseburg - Tunnel im Landkreis Fulda der längste Radverkehrstunnel Deutschlands. Es wäre also durchaus im Bereich des Möglichen, einen Tunnel auch für Radfahrer und Fußgänger zu bauen.

Dass die Gegner des Tunnels schlecht informiert sind, zeigen zahlreiche weitere Fahrradtunnel in ganz Europa. Ein Tunnel ist vielleicht nicht die angenehmste Art, auf die andere Flussseite zu kommen. Das Brückenprojekt ist aber kaum vorteilhafter. Zum Elbradweg führen Treppen - so hoch wie ein 5-stöckiges Wohnhaus.

Ob Brücke oder Tunnel, für Radfahrer wäre es besser, das Geld woanders einzusetzen. Unterhalt und Zinslast der Querung betragen ein Vielfaches des Radverkehrsetats. Das Geld wird dort fehlen, wo wir es brauchen: An Pflasterstraßen, Schlaglöchern, Netzlücken und Fahrradparkplätzen.